Der MKC


 

Wie ein karnevalistisches Showprogramm entsteht

Jeder, der mal Gelegenheit findet, hinter die Kulissen des MKC zu schauen oder eine Arbeitssitzung des Elferrates zu verfolgen, ist überrascht, daß Karneval ganz und gar nicht gleichbedeutend mit Trinkfestspielen ist, daß der vielmehr der auf der Bühne erlebbare Spaß das Ergebnis monatelanger, sehr ernsthafter Arbeit ist. Ähnlich wie in einem Varieté-Theater arbeiten mehrere sämtlich aus Laien bestehende Arbeitsgruppen parallel an der Vorbereitung eines Abendprogramms:

    - Die Programmgruppe erstellt den grundsätzlichen Ablauf des durchschnittlich zweistündigen Programms. Sie versucht eine gute Mischung von Tanz, Gesang und gesprochenen Beiträgen zu finden. Es muß ausreichend Zeit zum Umkleiden und Schminken bleiben. Und manchmal ist auch der Präsident, Beleuchter oder Inspizient selbst in einem Programmteil vorgesehen. Dann muß ein zeitweiliger Ersatz organisiert sein.

    - Der Tontechniker mixt mit Unterstützung der Trainerinnen die Begleitmusiken für die Tänze zusammen, oft aus vielen kleinen Musikschnipseln. Die Trainerinnen haben meist schon solch eine genaue Vorstellung vom Tanz, daß es beim Schnitt um Sekundenbruchteile geht. Auch Mitglieder der Garden sind in dieser Phase aktiv bei der Verwirklichung ihrer Ideen beteiligt.

    Funkengarde beim Training (2001) - Die Trainerinnen erarbeiten mit den Mädchen der Funken- und Tanzgarde sowie mit den Herren des Männerballetts gemeinsam die Tänze, proben mit ihnen wöchentlich mehrere Stunden. Zusammen mit den Garden entwerfen sie auch die Kostüme.


    - Schneiderinnen fertigen Kostüme für die Tänzer. Das hört sich hochtrabend an, aber meist sind es die Trainerinnen, Tänzer(innen) oder Eltern und Verwandte, welche diese Arbeit ausführen.

    - Die Arbeitsgruppe Bühne entwirft und baut das Bühnenbild. Das soll wirkungsvoll, bühnenfüllend, leicht zu transportieren und zu montieren und möglichst billig sein. Für alle diese Anforderungen ist ein Kompromiß zu finden.

    - Büttenredner beobachten das lokale Umfeld und die Landespolitik, suchen deren Schwachpunkte für Pointen in ihren satirischen Texten.

    Saaldekoration (2001) - Die Arbeitsgruppe Dekoration bereitet sich darauf vor, den Saal und angrenzende Räume passend zum Thema und zum Bühnenbild zu gestalten. Sie entwirft auch den Aufstellplan für Tische und Stühle so, daß möglichst jeder im Publikum das Programm gut beobachten kann.

    Aufbau der Beleuchtungstechnik (2001)

    - Der Beleuchter entwickelt sein Konzept zur wirkungsvollen Beleuchtung des Bühnenbildes und der Showtänze.

    - Und über allem steht die organisatorische Macht des Elferrates. Er bestellt die Diskothek und die gastronomische Versorgung, organisiert den Transport des Publikums mit Sonderbussen, kümmert sich um die Werbung und den Kartenverkauf.

Am Abend der Veranstaltung herrscht dann schließlich richtige Theateratmosphäre. Während der Elferrat in schmucker Uniform auf der Bühne sitzt und sein Bier trinkt, als hätte er im Verein nie etwas anderes getan, führt der Präsident durch das Programm. Gleichzeitig wuseln Techniker, Beleuchter, Maskenbildner, Garderobenhelfer, Kulissenschieber, Saalwache, Ordner, Trainerinnen hinter der Bühne und in den Nebenräumen, koordiniert vom Inspizienten. Sie alle haben genauso viel Lampenfieber wie die eigentlichen Stars des Programms: Funkengarde, Tanzgarde, Sänger, Büttenredner, Parodisten, Männerballett.

Es ist Tradition im MKC, daß im Finale alle an der Vorbereitung und Durchführung der Show Beteiligten im Rampenlicht stehen und den Applaus des Publikums erleben können, dazu gehören auch Personen, die keine MKC-Mitglieder sind.

 


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